Success Story with

Belastungsprognose geplanter Fussgängerinfrastrukturen

Eine solide Basis für die Anforderungen bezüglich Personenfluss zur Planung des zukünftigen Bahnhofes

Sektor/Branche Vekehrsplanung /
Personenfluss
Auftrag/Ziel Überprüfung prognostizierter Personenfrequenzen bei Bahn-hofszugängen
Added Value Flexibles Planungsmodell und wertvolle Grundlagen für die Optimierung der Publikumsanlagen am Bahnhof Basel SBB

Ausgangslage

Der Bahnhof Basel SBB muss erweitert werden, um das erwartete Verkehrswachstum der nächsten 25 Jahre aufnehmen zu können. Das aktuelle Vorprojekt erweitert das Fusswegenetz erheblich. Ebenfalls liegt ein neues Betriebskonzept der SBB vor. Die Auswirkungen auf die Personenströme wurden in einer Studie der SBB untersucht. Dabei wurde angenommen, dass Zugspassagiere den jeweils nächsten Bahnhofszugang benützen.

Auftrag

Die ASE GmbH wurde beauftragt, die Ergebnisse aus der SBB-Studie mit einem alternativen Ansatz zu überprüfen. Die Ziele waren die Personenströme mit der geplanten Bahnhofsneugestaltung und unter Berücksichtigung des neuen Betriebskonzepts zu ermitteln und gegebenenfalls Engpässe zu Identifizieren. Von besonderem Interesse war die Aufteilung auf die Bahnhofszugänge und die Belastung der Perron erschliessenden Gleisquerungen

Vorgehen

Die Prämisse des implementierten Modells ist, dass Umsteiger den schnellsten Weg zwischen Herkunfts- und Bestimmungsort wählen. Die Berechnung eines entsprechenden Nutzergleichgewichts wurde hier erstmals bei einer Personenflussanalyse zur Bahnhofsplanung angewendet. Verzögerungen auf den Fusswegen bei starker Belastung (Kapazitätsbeschränkung) werden im Modell berücksichtigt. Das Modell berücksichtigt ebenfalls, dass Teile des Weges mit dem Tram oder zu Fuss zurückgelegt werden können (multimodales Modell).

Zur Modellanwendung müssen die Verkehrsnachfrage und die angebotene Infrastruktur erfasst werden. Im der vorliegenden Anwendung wurde die prognostizierte Nachfrage der zehn minütige Belastungsspitze verwendet. Die Beziehungen zwischen Herkunfts- und Bestimmungsorten wurde aus dem Gesamtverkehrsmodell der Region hergeleitet. Das Verkehrsnetz, bestehend aus Fuss- und Tramstrecken, wird aus Bahnhofs- und Linienplänen erstellt. Die Fusswegekapazitäten ergeben sich aus deren Breiten und dem maximalen spezifischen Fluss. Für die Tramstrecken wird angenommen, dass die nachgefragten Tramkapazitäten zur Verfügung stehen. Es wird ein statisches Gleichgewicht berechnet, weshalb Auf- und Abbau von Warteschlangen nicht abgebildet sind.

Resultat

Die prognostizierte Belastung der geplanten Infrastruktur und die Reisezeiten pro Strecke, unter Berücksichtigung der Kapazitäten, sind das primäre Ergebnis. Die Aufteilung auf die Zugänge konnte daraus als eine mögliche Statistik ermittelt werden und zeigte teilweise erhebliche Abweichungen zur SBB-Studie. In detaillierteren Analysen wurde der Servicegrad[1] für alle Strecken des Fusswegenetzes bestimmt. Engpässe konnten über die Filterung von Strecken mit besonders schlechtem Servicegrad identifiziert werden.

Die Zusammensetzung der Personenströme wurde mit Hilfe von Spinnenanalysen untersucht. Dies erlaubte die Plausibilisierung der Resultate und zeigte Handlungsmöglichkeiten zur Engpassbeseitigung auf.

 

[1] Engl. Level of Service (LOS)

Prognostizierte Personenflüsse im Bahnhof Basel SBB für den Planungsstand 2040. Die langen Strecken sind Tramstrecken.

Unsere Erkenntnisse - Ihre Vorteile

Das implementierte Modell ist ein mächtiges und flexibles Planungsinstrument, welches zur Analyse und Planung von Umsteigepunkten im Verkehrssystem, wie Flughäfen, Schiffshäfen, Bahnhöfen oder Busbahnhöfen, eingesetzt werden kann. Plausible und robuste Prognosen von Fusswegebelastungen können für verschiedenste Szenarien berechnet werden.

Engpässe können lokalisiert und quantifiziert werden. Durch Vergleichsrechnungen mit unbeschränkten Netzwerken ist der Einfluss der Engpässe auf die Personenflüsse im Gesamtsystem bestimmbar.

Kenngrössen zu Umsteigezeiten und Distanzen können ermittelt werden, um sie mit definierten Planungszielen zu vergleichen.

Spinnenanalysen der Zusammensetzung der Ströme bei Engpässen liefern wertvolle Informationen für eine zielführende Projektoptimierung.